CONTROL: Beherrschbares Risiko für autonome Fahrzeuge auf Straße und Schiene

CONTROL schafft Vertrauen in autonome Systeme

Was passiert, wenn ein autonomes Fahrzeug widersprüchliche Signale von seinen Sensoren erhält – etwa bei dichtem Nebel oder einem unerwarteten Hindernis? Wie kann in einer solchen Situation maximale Sicherheit garantiert werden?

Dies ist eine der Fragen, mit der sich das Förderprojekt »CONTROL« befasst. Ziel des Projektes ist es, Vertrauen in autonome Systeme auf Straße und Schiene zu schaffen.

Dafür entwickeln 24 Projektpartner einen branchenübergreifenden, systemischen Ansatz, der unerwartete Situationen in einer offenen Welt absichert. Unsicherheiten werden damit erkennbar, bewertbar und beherrschbar.

CONTROL schafft so die Grundlage für sicheres autonomes Fahren in einer offenen Welt. Egal ob in Form von autonomen Pkw, Lkw, Bus oder Bahn.

Softwaredefinierte Fahrzeuge: Das autonome Fahrzeug als Gesamtsystem

Um der komplexen Realität in offenen Umgebungen gerecht zu werden, betrachtet CONTROL das autonome Fahrzeug als Gesamtsystem. Dieses bewertet kontinuierlich, wie sicher es operieren kann. Bei Unsicherheiten reagiert es mit Anpassungen, indem es beispielsweise die Geschwindigkeit reduziert oder Hindernissen ausweicht. Hierfür entwickeln die Projektpartner eine branchenübergreifende Sicherheitsargumentation, die Unsicherheiten systematisch erfasst, bewertet und in die Architektur autonomer Systeme integriert.

CONTROL legt damit einen wichtigen Baustein für das softwaredefinierte Fahrzeug (SDV).

Das Projekt CONTROL entwickelt durchgängige Metriken und Werkzeuge für zwei Domänen: Schienenverkehr und Automobil.
© Control
Das Projekt CONTROL entwickelt durchgängige Metriken und Werkzeuge für zwei Domänen: Schienenverkehr und Automobil.

Was ist das »long-tail«-Problem?

»Long-tail«-Probleme sind Szenarien, die nicht effizient abgesichert werden können, da sie sehr selten oder noch unbekannt sind. Hier setzt das Projekt CONTROL an.
© Fraunhofer IKS
»Long-tail«-Probleme sind Szenarien, die nicht effizient abgesichert werden können, da sie sehr selten oder noch unbekannt sind. Hier setzt das Projekt CONTROL an.

CONTROL befasst sich mit der Frage, wie autonome Straßenfahrzeuge und Züge gegen das sogenannte »long-tail«-Problem abgesichert werden können.

Das »long-tail«-Problem beschreibt die Vielzahl seltener, aber sicherheitskritischer Situationen. Diese treten in komplexen und nicht vollständig beschreibbaren Umgebungen auf und müssen von autonomen Systemen sicher gemeistert werden. Sie sind zu selten, um wirtschaftlich getestet werden zu können, aber zu häufig, um sie zu ignorieren.

Fraunhofer IKS entwickelt ein Werkzeug zur Restrisikobewertung

Im Rahmen des Projekts CONTROL konzentriert sich das Fraunhofer IKS insbesondere auf widersprüchliche Messergebnisse verschiedener Sensorsysteme wir Lidar, Kamera oder Radar. Sie erschweren die Entscheidungsfindung von autonomen Systemen, da unklar bleibt, welche Messungen vertrauenswürdig sind.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entwickelt das Fraunhofer IKS ein Werkzeug zur Restrisikobewertung autonomer Systeme. Es analysiert Situationen, in denen verschiedene Sensoren unterschiedliche Ergebnisse liefern und ermittelt, wie sicher und zuverlässig das Fahrzeug auch in ungewöhnlichen Situationen agiert. Um diese Art der Restrisikobewertung zu ermöglichen, wird eine innovative Sensorfusionstechnologie eingesetzt. Die Technologie ermöglich es während des laufenden Betriebs abweichende Messergebnisse zu quantifizieren um darauf aufbauend die Regelentscheidungen entsprechend anzupassen. Diese dynamische Unsicherheitsbewusstsein erlaubt es, die Leistungsfähigkeit von autonomen Systemen zu steigern und dabei gleichzeitig die Sicherheit in quantifizierbarer Weise zu garantieren.

Mit diesen differenzierten Sicherheitsanalysen erweitern sich die Entscheidungsspielräume autonomer Systeme. Damit steigen Nutzen und Wirtschaftlichkeit von autonomen Fahrzeugen. 

Erste Sicherheitsanalyse für moderne Sensorfusionskonzepte vom Fraunhofer IKS

Bisherige Analysemethoden betrachten nur klar erkennbare Fehler. Das Werkzeug des Fraunhofer IKS setzt dagegen auf eine differenzierte Betrachtung von abweichenden Messergebnissen bei der Umfeldwahrnehmung und der Sensorfusion. Ziel des Fraunhofer IKS ist es, mit diesem Werkzeug die erste Sicherheitsanalyse für moderne Sensorfusionskonzepte bereitzustellen. Für mehr Sicherheit auch bei widersprüchlichen Sensorsignalen.

Das im Projekt entwickelte Werkzeug und die dazugehörigen Methoden können auch in anderen Unternehmen Anwendung finden.

Kontaktieren Sie uns direkt, um Ihre Anforderungen zu besprechen.

Projektdetails

 
CONTROL ist ein Projekt der VDA Leitinitiative autonomes und vernetztes Fahren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.
 

 
 
  • Projektname: CONTROL – Controlling Risk for Highly Automated Transportation Systems Operating in Complex Open Environments 
  • Gesamtbudget: 29 Mio. €
  • Projektzeitraum: Oktober 2025 – September 2028
 

Projektpartner

Am Projekt CONTROL sind insgesamt 24 Partner beteiligt:

  • OEMs, Zulieferer für den Straßen- und Schienenbereich
  • Technologiepartner
  • Forschungseinrichtungen

Eine vollständige Übersicht finden Sie auf der offiziellen Projektseite:

Weitere Informationen

Das Fraunhofer IKS forscht an sicheren, intelligenten Kognitive Systeme im Mobilitätsbereich. Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Ansätze und Lösungen, die das autonome Fahren Realität werden lassen:

 

Continuous Safety Assurance

Sie möchten KI-basierte Fahrfunktionen sicher und schnell in den Betrieb zu bringen? Hier erfahren Sie mehr zum Continuous Safety Assurance und zu folgenden Lösungen:

  • Entwicklung sicherheitskritischer Systeme
  • Kontinuierliche Absicherung zur Laufzeit
  • Sicherheitsargumentation
  • Rapid Prototyping für KI-Integration
 

Uncertainty Estimation für KI-Systeme

Das Fraunhofer IKS hilft Ihnen, Unsicherheit in KI-basierten Systemen systematisch zu identifizieren, zu quantifizieren und in Ihr Sicherheits- und Risikomanagement zu integrieren. Durch Workshops, kundenspezifische Analysen und Co-Engineering entwickeln wir gemeinsam Unsicherheitsmodelle, Monitoring-Lösungen und Evidenzstrategien. 

 

Safe AI Engineering

Wie wird das autonome Fahren Realität? Damit befasst sich das Projekt Safe AI Engineering, indem es die Grundlagen schafft für einen im Markt allgemein akzeptierten, praxistauglichen Sicherheitsnachweis von KI.

Das Fraunhofer IKS arbeitet im Projekt an der formalen Untermauerung der Sicherheitsargumentation und trägt mit seiner APIKS-Plattform Methoden für kontinuierliches Safety Engineering und Absicherung zur Laufzeit bei.

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CONTROL ist ein Projekt der VDA Leitinitiative autonomes und vernetztes Fahren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.