Sichere KI-Agenten in der Industrie: LLM-basierte Troubleshooting Assistants verlässlich einsetzen

Fraunhofer IKS und Hitachi entwickeln eine Safety-Methodik für einen KI-basierten Troubleshooting Assistant

KI-Agenten können in der Industrie dabei unterstützen, Produktionsfehler schneller zu analysieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Doch wie lassen sich LLM-basierte Systeme in der Produktion sicher einsetzen? Gemeinsam mit Hitachi entwickelte das Fraunhofer IKS eine Safety-Methodik für einen Troubleshooting Assistant in der Spritzgussproduktion. In Tests sank die Quote sicherheitskritischer Regelverletzungen damit von über 40 Prozent auf 0 Prozent.

Herausforderung: KI-Agenten nutzen, ohne neue Risiken einzugehen

In der industriellen Produktion müssen Fehler schnell erkannt und behoben werden. Gerade bei komplexen Prozessen wie der Spritzgussproduktion ist Troubleshooting zeitaufwendig und stark vom Erfahrungswissen einzelner Expertinnen und Experten abhängig. LLM-basierte Assistenzsysteme versprechen hier Entlastung: Sie können Informationen bündeln, Zusammenhänge erklären und Handlungsempfehlungen ableiten.

Gleichzeitig entstehen neue Risiken. Denn LLM-basierte Systeme können fehlerhafte, inkonsistente oder schwer überprüfbare Antworten erzeugen. In produktionsnahen Anwendungen kann das zu falscher Maschinenbedienung, Qualitätsproblemen, Produktionsausfällen und damit zu zusätzlichen Kosten führen.

Entscheidend ist daher, ob sich solche Risiken systematisch erkennen, bewerten und technisch begrenzen lassen. Dies ist auch wichtig für die steigenden regulatorischen Anforderungen an nachvollziehbare KI-Anwendungen.

Ziel: LLM-Agenten für kritische industrielle Anwendungen absichern

Ziel des gemeinsamen Projekts von Fraunhofer IKS und Hitachi war es, einen methodischen Weg zu schaffen, um LLM-basierte Agentensysteme zuverlässig, überprüfbar und sicher in industriellen Anwendungen einzusetzen. Im Fokus der konkreten Anwendung standen zwei Fragen:

  • Wie muss ein Troubleshooting Assistant mit unsicheren oder potenziell gefährlichen Situationen umgehen?
  • Wie lassen sich sicherheitskritische Empfehlungen verhindern?

Zur Beantwortung dieser Fragen fehlte vielen Unternehmen bisher ein systematischer Engineering-Ansatz zur Absicherung von Agentensysteme.

Lösung: Safety Engineering für LLM-basierte Multi-Agenten-Systeme

Gemeinsam mit Hitachi entwickelte das Fraunhofer IKS eine methodische Lösung und Maßnahmen, um Sicherheitsrisiken von LLM‑basierten Agenten systematisch zu analysieren und wirksam zu begrenzen. Dafür wurde die Risikoanalyse durch die System-Theoretic Process Analysis (STPA) durchgeführt. STPA ist eine systemtheoretische Methode zur Gefährdungs- und Risikoanalyse, die das Fraunhofer IKS speziell auf agentische KI-Systeme zugeschnitten hat. Durch die Erweiterung lassen sich potenzielle Gefahrensituationen, unsichere Handlungsempfehlungen und LLM-spezifische Fehlerursachen wie Halluzinationen oder falsche Kontextinterpretationen strukturiert identifizieren. Anschließend wurden technische Absicherungsmaßnahmen und Einschränkungen abgeleitet, etwa strukturierte Ein- und Ausgabeformate, Konsistenz- und Bereichsprüfungen sowie sichere Default-Reaktionen.

Use Case: Troubleshooting Assistant für die Spritzgussproduktion

Das Fraunhofer IKS und Hitachi haben die Methodik an einem LLM‑basierten Multi-Agent Troubleshooting Assistant für die Spritzgussproduktion validiert. Das Assistenzsystem unterstützt Anwenderinnen und Anwender dabei, typische Produktionsfehler zu analysieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Dafür verarbeitet es Informationen zu Maschinenzuständen, historischen Daten und technischem Domänenwissen.

Der Use Case zeigt, wie LLM-basierte KI-Agenten vorhandenes Wissen leichter nutzbar machen und bei der Fehlersuche unterstützen können. Die Safety-Methodik sorgt dafür, dass Empfehlungen anhand definierter Sicherheitsgrenzen überprüft und bei Bedarf begrenzt werden. So sinkt der Troubleshooting-Aufwand, was Zeit und Kosten spart.

© Fraunhofer IKS
Schematischer Aufbau des Troubleshooting Assistant. Das System verarbeitet Maschinenzustände, historische Daten und Domänenwissen, um mögliche Ursachen für Produktionsfehler zu analysieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Safety-Methodik prüft diese Empfehlungen anhand definierter Sicherheitsgrenzen, bevor sie an Anwenderinnen und Anwender ausgegeben werden.

Ergebnis: 0 Prozent sicherheitskritische Regelverletzungen im Testszenario

In szenariobasierten Testläufen wurden gezielt Fehler und Störungen in das System eingebracht, um zu prüfen, wie sich der Troubleshooting Assistant in kritischen Situationen verhält (Fault Injection). Ohne Gegenmaßnahmen lag die Quote sicherheitskritischer Verstöße bei über 40 Prozent. Mit der entwickelten Methodik wurden alle sicherheitskritischen Regelverletzungen erkannt und verhindert; die Quote sank auf 0 Prozent.

Für Unternehmen entsteht damit eine belastbare Grundlage, um LLM-basierte KI-Agenten kontrolliert und risikobewusst einzusetzen.

Der Ansatz des Fraunhofer IKS hilft,

  • Risiken beim Einsatz von KI-Agenten frühzeitig zu erkennen und zu begrenzen,
  • Fehlbedienungen, Qualitätsprobleme und Produktionsausfälle zu vermeiden,
  • KI-gestützte Empfehlungen nachvollziehbar und überprüfbar abzusichern.

Dadurch können Unternehmen ihre Prozesse effizienter gestalten und regulatorische Anforderungen besser erfüllen. Besonders relevant ist dies für industrielle Anwendungen mit hohen Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Compliance.

Die Methodik ist auf weitere LLM-basierte Assistenz- und Agentensysteme übertragbar, da sie an den jeweiligen Anwendungskontext angepasst werden kann. Das Fraunhofer IKS unterstützt Unternehmen dabei, KI-Agenten Schritt für Schritt in sicherheits- oder qualitätskritische Prozesse zu integrieren.

 

Sie möchten LLM-basierte KI-Agenten effizient in Ihren Produktionsprozessen einsetzen, ohne neue Sicherheits- oder Qualitätsrisiken einzugehen? Das Fraunhofer IKS unterstützt Sie dabei, Risiken systematisch zu analysieren und geeignete Schutzmechanismen zu entwickeln. Kontaktieren Sie uns unverbindlich über das Kontaktformular.

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AI Agents: Vertrauenswürdige KI-Agenten für die Industrie

Das Fraunhofer IKS begleitet Industrieunternehmen, die AI Agents einsetzen wollen, von der ersten Potenzialanalyse bis zur sicherheitszertifizierten Architektur. Unser Fokus liegt darauf, KI-Agenten kontrollierbar, nachvollziehbar und industrietauglich in die Systemarchitektur zu integrieren.

 

Training: Trustworthy Agentic AI

Sie prüfen den Einsatz von KI-Agenten oder Multi-Agenten-Systemen (MAS), sind aber unsicher, wie sich deren Verhalten im realen Betrieb zuverlässig bewerten und absichern lässt? 

Das Training »Trustworthy Agentic AI« des Fraunhofer IKS hilft Ihnen, genau diese Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und aus einer KI-Idee eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die nächsten Umsetzungsschritte zu entwickeln.

 

 

LLM-basierte Unterstützung für die Fehlerbehebung

Der LLM-basierte Fehlerbehebungsassistent des Fraunhofer IKS bietet eine intuitive, natürlichsprachliche Schnittstelle und ermöglicht es Mitarbeitenden, sich auf die Lösung des vorliegenden Problems zu konzentrieren. Um den Fehlerbehebungsprozess durchzuführen, interagieren sie mit dem Assistenten und erhalten Anleitung zur Identifikation der Fehlerursache.

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