Digitale Signalverarbeitung mittels generativer Künstlicher Intelligenz (DSgenAI)

Sichere LLM-Anwendungen

Generative Künstliche Intelligenz (GenAI) eröffnet neue Möglichkeiten zur Automatisierung von komplexen Aufgaben. So erobern zum Beispiel Chatbots und KI-Agenten seit einigen Jahren das Internet, indem sie Suchmaschinen ersetzen, E-Mails schreiben oder Bücher zusammenfassen. Die zugrundeliegenden Large Language Models (LLMs) können natürlichsprachlichen Input, ebenso wie Bilder und Dokumente effizient verarbeiten und reproduzieren. Studien schätzen, dass generative KI in der Wirtschaft Effizienzgewinne von Milliarden Euro freisetzen kann [1].

Insbesondere für sicherheitskritische Anwendungen sind Zuverlässigkeit und Robustheit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass eine Technologie dauerhaft Effizienzsteigerungen in der Praxis erzielen kann. Die statistische Natur und die schwer interpretierbaren Lernprozesse von GenAI machen dies jedoch zu einer echten Herausforderung, da es grundsätzlich keine Garantie für korrekte oder hilfreiche Ergebnisse gibt (»Halluzinationen«). Infolgedessen wächst die Kluft zwischen technologisch möglichen und nachweisbar sicheren GenAI-Anwendungen weiter [2].

Projekt DSgenAI (Digitale Signalverarbeitung mit generativer Künstlicher Intelligenz)

DSgenAI ist ein mit 30 Millionen Euro dotiertes Leuchtturmprojekt, das vom Freistaat Bayern und der EU finanziert wird und darauf abzielt, das enorme wirtschaftliche Potenzial der leistungsstarken GenAI-Technologie für die digitale Signalverarbeitung zu erschließen. Das Fraunhofer IIS, das Fraunhofer IKS und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) entwickeln gemeinsam neue Modelle und Anwendungslösungen für lokale oder eingebettete GenAI sowie eine Recheninfrastruktur in Bayern.

In diesem Projekt untersucht das Fraunhofer IKS, wie generative KI sicher in kritische Arbeitsabläufe integriert werden kann, indem es Lösungen für sicherheitskritische Anwendungsfälle in den Bereichen Mobilität, Automatisierung und Medizin entwickelt. Beispiele für Anwendungsfälle sind:

  • Gefahrenanalyse in einer Umgebung, in der Menschen und Roboter zusammenarbeiten (Automation)
  • Ableitung und Prüfung von funktionalen Anforderungen (Mobilität)
  • Extraktion medizinischer Symptome aus unstrukturierten Texten (Medizin)
  • Erkennung der Operational Design Domain aus multimodalen Eingaben (Automatisierung)

Hybride LLM Safety-Agenten

Das Fraunhofer IKS Orchestrator-Framework nutzt LLM-basierte Komponenten und klassischen Ressourcen.
© Fraunhofer IKS
Das Fraunhofer IKS Orchestrator-Framework nutzt LLM-basierte Komponenten und klassischen Ressourcen.

Ein grundlegendes Prinzip, um Prozessabläufe transparenter und verifizierbarer zu gestalten, ist die Kombination von LLM-basierten Komponenten mit Ressourcen ohne KI, siehe Abbildung 1. Unser Fraunhofer IKS Orchestrator-Framework entscheidet dann für individuelle Prozessschritte, ob die Aufgabe per LLM gelöst werden soll oder nicht, und ob alternative Plausibilisierungsmethoden zu Verfügung stehen. Standards und etablierte, deterministische Tools können eine Entscheidungsgrundlage schaffen.

Vor diesem Hintergrund entwickelt das Fraunhofer IKS verschiedene Methoden, um die Sicherheit von Anwendungen mit GenAI zu gewährleisten, darunter:

  •  Verbesserte Retrieval-augmented Generation (RAG) Method [3]      
  • Hybride Suchmethoden
  • Systematische Reviewprozesse mit Human-in-the-Loop
  • Multi-modale Plausibilisierungskonzepte 
  • Unsicherheits-Prädiktion
  • Metriken für semantische Ähnlichkeit, die zertifizierbare Sicherheitsspielräume aufweisen
  • Feinabstimmung privater Modelle für datensensible Aufgaben

Benchmarks der Workflows mit realistischen Daten zeigen, ob solche Ansätze industriellen Anforderungen standhalten können. Aufbauend auf der einzigartigen Expertise im Zusammenspiel von KI und Sicherheit (Safety), verbindet das Fraunhofer IKS so grundlegende KI-Forschung mit industriellen Anwendungen.

Quellenangaben

[1] McKinsey & Company, The economic potential of generative AI: The next productivity frontier, 2023. 

[2] A. Kreutz, C. Drabek, R. Beck, “Mind the Economic Safety Gap. Accelerating Safety Innovation using Generative Artificial Intelligence,” Embedded World Exhibition and Conference 2025.

[3] B. Balu, F. Geissler, F. Carella, J.-V. Zacchi, J. Jiru, N. Mata, R. Stolle, “Towards Automated Safety Requirements Derivation Using Agent-based RAG,” in Proceedings og the AAAI Spring Symposium, 2025, pp. 299–307.

Weitere Informationen

Das Fraunhofer IKS befasst sich mit der komplexen Frage, wie GenAI sicher in kritische Arbeitsabläufe integriert werden kann. Dazu nutzt es eine Toolbox mit Methoden und Frameworks für KI-Sicherheit sowie Kompetenzen, die in zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten aufgebaut wurden. Auf den folgenden Seiten finden Sie unsere Lösungen aus verschiedenen Anwendungsbereichen:

 

Automation

Als Pionier für sichere, intelligente Kognitive Systeme für die Produktionsautomatisierung konzentriert sich das Fraunhofer IKS im Bereich Industrial Automation auf zwei Themen:

 

Health

Das Fraunhofer IKS unterstützt die medizinsche Vorhersage und Entscheidungsfindung durch die Entwicklung vertrauenswürdiger KI-Modelle, die auf klinischen Daten basieren.

 

Mobility

Fahren die Autos der Zukunft autonom? Diese Zukunftsvision wird nur dann Realität, wenn das autonome Fahren sicher ist. Das Fraunhofer IKS arbeitet deswegen an der Continuous Safety Assurance für KI-basierte Fahrfunktionen.  

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